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Noch im selben Jahr schlagen die Wissenschaftler Yeung und Bekey [YngBe87] ein
dezentrales System vor um eine stabile Navigation zu gewährleisten. Das System entwirft
dabei als erstes einen Plan, welches von unbeweglichen Hindernissen ausgeht. Wenn eine
Kollision bevorsteht, wird durch eine lokale Absprache der Roboter der Konflikt verhindert
und der Plan entsprechend verändert. Diese Absprache auf
zwei Stufen stellt ein primitives Gruppenverhalten dar.
Sugihara und Suzuki [SugSuz90] demonstrierten 1990, dass
Roboter sich zu einer stabilen Formation zusammen-
schließen, wenn alle mit dem selben Algorithmus zur
Positions-Bestimmung gelenkt werden. In ihrer Simulation
bewegen sich Roboter in einem vorgegebenen Gitterwerk.
Dabei nimmt jeder Roboter die relative Position der
anderen wahr und hat die Möglichkeit sich eine
Gitterposition
pro
Zeiteinheit
fortzubewegen.
Durch
Anpassung der Position an den nahesten oder an den am
weitesten entfernten Nachbarn, können Robotergruppen
geometrische Formen annehmen. Eine Bewegung stellt
dabei eine Kettenreaktion sich verändernder Positionen dar. Konzipiert man den Algorithmus
entsprechend vorsichtig, können Roboter-Formationen auftreten, bei denen auf die Anzahl
der Roboter nicht mehr geachtet werden muss. Mit Bestimmung von Leittieren in solch einer
Roboterherde plus einem Führer-Folger-Algorithmus, konnten Sugihara und Suzuki eine
Aufspaltung der Herde in Unterherden simulieren. Wang [Wang91] untersuchte Multi-
Roboter-Formationen und die daraus resultierende Gruppendynamik. Jeder Roboter stellt in
seinem Modell lediglich einen Massepunkt dar, der andere Roboter nur in einem von ihm
ausgehenden Kreis wahrnimmt. Und auch darin nur in der Richtung seiner Bewegung. Diese
Eigenschaft wurde auch von Reynolds und Hodgins bei ihren Simulationen aufgegriffen.
Roboterformationen resultieren auf einer Sammlung vieler Roboter-Inseln um einen einzigen
Referenz-Roboters. Eine bestimmte Anordnung kann als eine Ansammlung von Positionen
relativ zu einem Führungs-Roboter (Abbildung 1), eines nahen Nachbarn oder einer
Ansammlung naher Nachbarn, verstanden werden. Wang zeigte, dass die Abweichung von
der gewünschten Position eines unabhängigen Roboters zu seiner realen Position relativ klein
bleibt und deshalb eine Formation relativ stabil bleibt. Arkin [Arkin92] erforschte die
Gruppenverständigung interagierender mobiler Roboter, die mit Hilfe vorgegebener
Handlungsschemas agieren und reagieren. Schemas können dabei sein: bewege dich zum Ziel,
gehe voran, überwinde Hindernisse. Jede Verhaltensweise wird als Beschleunigungsvektor
repräsentiert und mit anderen Vektoren kombiniert. Daraus resultiert schließlich die Richtung,
in die sich ein Roboter letztendlich bewegt. Anders als bei Wang orientieren sich hier Roboter
nur anhand ihrer Umwelt und benötigen keine Führer. Arkin zeigte, dass es Robotern möglich
ist, bei bestimmten Aufgaben, mit nur geringer Verständigung untereinander, zu interagieren.
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Das Teilchensystem
Das Schwarmmodell beruht im wesentlichen auf dem Teilchenmodell von William T. Reeves
[Reeves83], das als Teilchensystem in der Modellierung diffuser, komplexer Objekte, wie
Feuer, Wolken, Rauch, Wasser, ... zur Anwendung kommt. Solche Objekte besitzen keine
konkrete Oberfläche und sind für gewöhnlich ständig in Bewegung. Dieses Modell wird
traditionell in Computeranimationen verwendet, die zum Beispiel bei Computerspielen und
Spezialeffekten diverser Filmproduktionen wie Science-Fiction-Filmen zur Anwendung
kommt. Teilchensysteme unterscheiden sich dabei in drei wesentlichen Punkten von
gewöhnlich modellierten Körpern:
Abbildung 1
Simulation einer Ameisenstraße mit
Hilfe eines Führungsroboters.
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